Herr der Diebe steht im Regen
Trotz schlechter Witterung glückt Darstellern die Premiere Porta Westfalica (NW).
Kanäle, Schiffe und Leuchttürme hatten sie zwar nicht in den alten Steinbruch gezaubert, trotzdem kam das Flair der italienischen Stadt Venedig gut auf der Goethe Freilichtbühne zur Geltung. Dort feierte das Ensemble trotz des Regens am Sonntagabend eine gelungene Premiere des Kinderstückes "Herr der Diebe".
Es sah gut aus im Vorfeld der Premiere. Der Wettergott schien mit den Akteuren in Porta ein Einsehen zu haben. Doch eine halbe Stunde nach Beginn der Premiere fielen die ersten Regentropfen vom Himmel. Und dabei blieb es. Trotzdem harrten die - nur wenigen - Zuschauer und die Darsteller mutig aus.
Als Buch und Film sind die Bücher von Cornelia Funke längst in aller Munde. Und so wurde es auch in Porta Zeit, sie auf die Bühne zu bringen. Die Geschichte handelt von den Brüdern Bo (Frederik Ußling) und Prosper (Marius Lankes), die nach dem Tod der Eltern getrennt werden sollen. Die Tante (Tanja Meier) will nur den Kleinen, und das auch nur notgedrungen. Aber immerhin sei er noch formbar.
Die beiden Jungs reißen aus. Nach Venedig, die Stadt, von der ihre Mutter ihnen so viel erzählt hat . Dort schließen sie sich den Straßenkindern Wespe (Melina Alsdorf), Mosca (Florin Gieseking) und Riccio (Fynn Steinmann) an, die unter Anführer Scipio, dem "Herrn der Diebe" (Lars-Sören Quester) auf Diebestour gehen. Privatdetektiv Victor Getz (Friedhelm Schlötel) kommt ihnen auf die Schliche, entdeckt ihr Versteck und - schlägt sich auf die Seite der Kinder.
Die Darsteller boten eine überzeugende Leistung. Zwei Stunden spannende Unterhaltung sowie ein Stück, das meisterlich von den Laiendarstellern umgesetzt wurde, belohnten die Zuschauer am Ende mit ganz viel Applaus. Verdient.
Bleibt nur zu hoffen, dass das Wetter bei den weiteren Aufführen besser mitspielt. Und dass dann viel, viel mehr Zuschauer den Weg in den alten Steinbruch finden. Die nächste Gelegenheit dazu ist am Sonntag, 4. Juni, um 17 Uhr.
