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Irrsinnig lustige Inszenierung

"Der Kater" unverkrampft auf der Porta-Bühne Porta Westfalica (pri). "Gute Laune befördert die Fröhlichkeit" befindet der König in Tankred Dorsts "Der Kater oder Wie man das Spiel spielt" in einem seiner kurzschlussartigen Geistesblitze.

Von Alfons Bratfisch

 

Wer die unglaublich witzige und legere Debüt-Inszenierung von Alexander Werner am Donnerstagabend auf der Freilichtbühne Porta miterlebt hat, wird ihm zustimmen. Der Inhalt des Stücks ist einfach: Im Theater wird das Märchen "Der gestiefelte Kater" in einer modernisierten Fassung gegeben. Die Zuschauer mokieren sich darüber, dass "so etwas" in ihrem Theater gezeigt wird.

 

Die Uraufführung steht zudem unter einem ungünstigen Stern. Der Hauptdarsteller ist erkrankt. Zum Glück findet sich ein Ersatzspieler, ein bekannter aber schauspielerisch völlig unbegabter Fußballspieler. Im Laufe des Abends ereignen sich weitere Pannen; die Aufführung wird für den Dichter zum Alptraum. Der Kritiker Bratfisch ist entsetzt: "Es ist mir unerträglich!" Wir erleben also Spiel im Spiel, wobei sich die Grenzen verwischen.



Insofern hat die Freilichtbühne mit ihrer Jugendgruppe gut daran getan, ausgerechnet das Wagnis dieses Stücks einzugehen. Jungregisseur Werner geht die schwierige Aufgabe, nun auch noch wenig erfahrene Schauspieler nicht nur ihre Bühnenrolle, sondern diese auch noch als gespielt spielen zu lassen, herrlich unverkrampft und mit vielen guten Einfällen an: Etwa der Auftritt eines halben Kamels oder der Fliegenklatsche des Katers beim Kaninchenfang. Das überträgt sich auch auf die Darsteller.

Voll ausgelassener Spielfreunde, immer etwas zu dramatisch, lavieren sie im Klamauk und halten die Grenze zur nervigen - weil vordergründigen Blödelei - scharf ein. So entsteht ein Theaterabend, bei dem man herzlich lachen kann, auch über sich selbst.

Neben zahlreichen anderen schauspielerischen Leistungen fiel die der herrlich schrillen Frau Pelzig (Rebecca Ußling) positiv auf. Sehr souverän und für die Intention des Stückes fast schon zu gut agierte Hannah Fröhlingsdorf als Kater Hinze. Einfach brillant aber war Matthias Linnemann. Er spielte mit grenzenloser Kraft und Ausdauer den König wie eine zappelige Figur aus der Augsburger Puppenkiste, deren Fäden man soeben durchtrennt hat - wehe, wenn sie losgelassen werden!

Die Technik (Christoph und Mathias Imming) war pflichtgemäß "schlecht wie nie": Mit krachenden Musikzuspielungen und überzogenem Rotlicht trugen sie nicht nur zum Erröten der Prinzessin (herrlich spröde: Laura Fasse) sondern auch zum gewollten Misslingen der Vorstellung bei.

Da brauchte man schon Ralf Zuther in seiner Paraderolle als Besänftiger. Peinlich war eigentlich nur der Herr Kollege in der ersten Reihe: Er sollte sich mit seinem Gelächter doch etwas mehr zurück halten.

Wegen des großen Anklanges erwägt das Ensemble, Vorstellungen nach den Sommerferien anzubieten.

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