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Vorbericht für "Romeo & Julia"

Drahtziehern auf der Spur

Freilichtbühne präsentiert "Romeo und Julia" turbulent und hintergründig

Porta Westfalica (pri). Das berühmteste Liebespaar der Welt ist ab Samstag auf der Freilichtbühne Porta zu sehen: Romeo und Julia. Für die Titelrollen sind Alexander Werner und Kristin Scheinhütte vorgesehen. Uli Dutz ist als Pater Lorenzo zu sehen. Die Regie führt Marcus Hamann.

 

Die Geschichte von den beiden unglücklich Liebenden kam durch William Shakespeare endgültig zum Weltruhm. So wie viele Dramen des Engländers ausgesprochen komische Momente enthalten, so zeigt auch diese "Tragödie" wesentliche Züge der Komödie. 

 

So folgt Hamann der Tendenz, seine Inszenierung nicht lupenrein auf ein Genre hin zu trimmen, sondern den Text voll auszuschöpfen. Dabei hilft ihm die erst ein Jahrzehnt junge Übersetzung von Frank Günther, die zwar das Poetische des shakespearianischen Englisch zu erhalten sucht, im Gegensatz zur 150 Jahre alten "klassischen" Schlegel-Tieck-Übertragung auch die witzigen und die zotigen Elemente enthält.


Hamann verspricht den Zuschauern eine turbulente und spannende Aufführung, die er trotzdem als "eher klassisch" bezeichnet.

So lehnen sich etwa die Kostüme wie üblich an die Renaissance an. Man müsse auch gar nichts Neuzeitliches hinzufügen, meint er. Vielmehr liege alles schon im Text. Man müsse es nur herausarbeiten. Zur belebenden "Action" tragen auch die Kampfszenen bei. "Wir benutzen allerdings Holzschwerter", beschwichtigt Regisseur Hamann und bleibt damit bei seinem Konzept, das Theaterspiel nicht "zu realistisch" werden zu lassen.

Überhaupt ist seine Inszenierung bemüht, zu zeigen, dass vieles an den dargestellten Ereignissen ein Spiel ist. Eines, das sich immer wiederholt. Und eines, bei dem nicht immer so klar ist, wer dabei die Fäden in der Hand hält.

Das Schicksal beutelt auch diese Inszenierung. Kristin Scheinhütte war zwischenzeitlich schwer erkrankt. In aller Eile wird nun Laura Kohlhoff als Zweitbesetzung eingearbeitet. Kaum aus dem Urlaub zurück, bekam sie sofort das Textbuch in die Hand gedrückt und begann zu büffeln. Wer nun wann spielt - vor allem in der Premiere - stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

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