Zur Startseite
 

Romeo & Julia -Vorbericht-

Der Liebhaber aus Dehme

Alexander Werner spielt auf der Freilichtbühne Porta den Romeo in Shakespeares Werk

VON NICOLE SIELERMANN

 

Bad Oeynhausen. Er liebt die Bühne. Das Theater ist sein Leben. Kein Wunder also, dass sich Alexander Werner für ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Freilichtbühne Porta Westfalica entschieden hat. Kann er dort doch seiner Leidenschaft noch besser frönen: In der neuen Produktion spielt der 20-jährige Dehmer den Romeo in Shakespeares "Romeo und Julia". Überzeugend. Kein Wunder. Schließlich hat er seine Freundin Laura Kohlhoff als Geliebte Julia an seiner Seite.

Seit fünf Jahren steht Alexander Werner auf der Freilichtbühne. Spielte in Theater-AGs, im "Kleinen Theater am Weingarten" in Minden und im IKG-Literaturkurs etliche Hauptrollen. "Schon in der vierten Klasse wollte ich Schauspieler werden."


Nicht nur das Theater fasziniert den 20-Jährigen, das Schauspiel allgemein ist es, das ihn reizt. Eine Leidenschaft, die in der Familie liegt: Seine Mutter hat ein Tanzstudio, sein Bruder steht in Hannover auf der Bühne.

Und auch die restlichen Geschwister sind in Theater-AGs aktiv. "Ich hatte mich bei einem alternativen Theater in Hannover beworben, beim Theater Kampnagel, aber leider hat das nicht geklappt", sagt er. Doch noch hat er ein weiteres Eisen im Feuer: "An der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig habe ich die erste Runde der Aufnahmeprüfung geschafft. Mal sehen, was die zweite bringt."

Aber jetzt steht der Dehmer erst einmal als Liebhaber auf der Porta-Bühne. Mit dabei seine Freundin Laura, die zurzeit in die Rolle der Julia schlüpft, weil die Erstbesetzung - die 15-jährige Löhnerin Christin Scheinhütte - seit einigen Wochen erkrankt ist. "Die Rolle des Liebhabers ist einfach toll. Zwar sehr übertrieben von den Gefühlen her, obwohl die Liebe echt ist, aber toll", sagt Alexander "Romeo" Werner schwärmend.

Seit drei Monaten wird für Shakespeares "Romeo und Julia" geprobt. Zuerst drei bis vier Mal in der Woche, inzwischen jeden Tag. Rückt doch der Tag der Premiere am Samstag, 11. Juni (20.30 Uhr), immer näher. "Der Text sitzt. Den hab ich konsequent gelernt", winkt der 20-Jährige ab. Nur die Szenen mit der eigentlichen Julia, die brauchen noch Übung: "Die Balkon-Szene und die Szene mit der Leiche haben wir erst ein oder zwei Mal geprobt. Wenn sie nicht bald wieder gesund wird, wird es kritisch", sagt er. Mit der "Ersatz-Julia" sitzen die Szenen: "Es ist eine ganz andere Erotik mit meiner Freundin dieses Stück zu spielen", sagt er und schmunzelt. "Schon das Küssen ist besser." Wobei er auch Lob für die Nachwuchsdarstellerin Christin Scheinhütte (15) übrig hat: "Die macht das super, die Kleine."

Privat ist Alexander Werner ein Mensch, der sehr viel träumt. "Ich schlüpfe unheimlich gerne in andere Rollen und träume mich in Szenen", gibt er zu. Aber auch die Bestätigung durch die Zuschauer ist einer der Gründe, warum er die Bühne liebt. "Einmal dort oben zu stehen, steigert unwahrscheinlich das Selbstbewusstsein. Ich bin in den Jahren ein ganz anderer geworden", sagt er nachdenklich."Und mein größter Traum ist auch noch zum Greifen nah", sagt er angesichts der Aufnahmeprüfung in Leipzig. "Obwohl - ein Leben mit der Familie ist eigentlich noch höher."

Sollte die Theaterkarriere nicht klappen, schafft sich Alexander Werner gerade ein weiteres Standbein: "Ich erprobe wie es ist, richtig zu inszenieren", erklärt er. Im Rahmen seines Freiwilligen Sozialen Jahres Kultur muss er ein eigenständiges Projekt planen und ausführen: "Mit einigen Jugendlichen bringe ich ein eigenes Stück auf die Bühne." "Der Kater oder Wie man das Spiel spielt" wird am Donnerstag, 30. Juni, und Freitag, 1. Juli, um 20 Uhr aufgeführt.

Noch ist Alexander Werner nicht nervös. Doch je näher der Tag der Premiere am 11. Juni rückt, desto mehr flattert es in seiner Magengrube. "Ich habe nie Lampenfieber. Aber jetzt plötzlich. Ich glaube, ich werde sterben an dem Tag, das weiß ich jetzt schon", sagt er stöhnend. Das möge am Respekt vor der Rolle und sicherlich auch am Bekanntheitsgrad der Rolle liegen. "Wenn die alle DiCaprio in der Rolle vor Augen haben, kann ich einpacken. Dann muss ich mich ins Zeug legen. Der sieht schließlich viel besser aus."

 

Etwas vergessen?

Irgendeine Zeitung, ein Online-Magazin oder Rundfunk bzw. Fernsehen haben über uns berichtet und wir wissen es nicht? Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf: werbung@portabuehne.de

Medien in der Region

Eine Aufstellung der Medien in der Region finden Sie unter Links

©2004 by Goethe-Freilichtbühne Porta Westfalica e.V. • E-Mail: info@portabuehne.de • IMPRESSUM • Made with WEBLICATION® CMS