Buntes und schrilles MusikspektakelGute Atmosphäre auf Porta Bühne: 750 Zuschauer bei Rocky Horror Show / Viele Fans angereistVon Ute Michels Porta Westfalica (mt). Es war ein großes Spektakel mit fliegendem Reis, Klopapier und nassen Fontänen aus Wasserspritzpistolen. Jede Menge gute Musik, eine professionelle Darbietung und gute Stimmung bot die Rocky Horror Show am Donnerstagabend auf der Freilichtbühne Porta. Die Fans der seit fast 30 Jahren beliebten schrillen Show waren in Scharen gekommen. Ausverkauft, stand auf dem Kassenschild an Freilichtbühne. Etwa 750 Zuschauer wollten sich trotz vereinzeltem Nieselregen den Klassiker unter den Musik- Shows nicht entgehen lassen - und sie taten gut daran. Nahe am Original Die Story über das naive Pärchen Janet und Brad, die es in ein Gruselschloss verschlägt, wo sie den hemmungslosen Transvestiten Frank’n-Furter kennenlernen, der sie in die Kunst der freien Liebe zwischen Frauen und Männern, aber auch Männern und Männern einweiht, ist allgemein bekannt. Die Authentic London West End Production hielt sich nahe ans Original, und es lag auf der Hand, dass das Publikum das so wollte. Vielleicht hätte sich sogar eher Enttäuschung in den Zuschauerrängen breit gemacht, wenn irgendetwas an der Geschichte und an den vielen Hits (Science Fiction Double Feature, The Time Warp oder Sweet Transvestite) künstlerisch verändert worden wäre. So wussten die vielen Fans - manche sogar kostümiert - welcher Satz an welcher Stelle kommt und hätten, falls die Akteure einen Text vergessen hätten, problemlos soufflieren können. Das war allerdings nicht nötig, denn die Darsteller beherrschten ihren Job. Ein gut aufgelegter und stimmgewaltiger Frank’N’Furter (Paul Pecorino) brillierte als lustvoller Transvestit und bezog das ihm zugeneigte Publikum gekonnt und humorvoll ein. Auch Hans B. Goetzfried erwies sich als eine gute Wahl für den Erzähler. Trocken, witzig, schlagfertig und ein wenig mephistohaft führt er die Zuschauer durch die Show. Die beiden hatten starke Frauen an ihrer Seite: Amanda- Jane Manning als Janet überzeugte durch musikalisches und schauspielerisches Talent. Ihr glaubte man die Veränderung vom naiven Landei zur erotischen Frau dank der Liebeskunst von Frank’N’Furter und seines Phantasiegeschöpfs Rocky. Ebenfalls eine gute Figur machte Lisa Lee Thomas als Columbia. Die Darstellung der willfährigen und ein bisschen dumme Dienerin ihres Herrn Frank’N’Furter gelang ihr. Ein wenig phantasievoller hätte das Bühnenbild sein können. Hier fehlte es an Esprit und Phantasie. Dafür wurde viel Buntes und Schrilles bei den Kostümen aufgefahren. Die Lichttechniker hatten ihre große Stunde im zweiten Teil der Aufführung, da nutzen sie die eindrucksvolle Kulisse unter dem Willem für gekonnte Lichteffekte, die nun mal besonders bei Open-air-Veranstaltungen ihre Wirkung entfalten. Das Publikum konnte sich nach der gelungenen Show jedenfalls gut gelaunt auf dem Heimweg machen, und als Erinnerung fand der ein oder andere sicher am nächsten Morgen noch einige Reiskörner auf seinem Bettlaken. copyright by mt-online.de 24.08.2002 |
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