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Der Zauberer von Oz -Premiere-

Von zauberhafter Leichtigkeit

Premiere für "Zauberer von Oos" der Portabühne im Stadttheater / Ideenreich und fröhlich bunt
Der Blechmann, die Vogelscheuche, Dorothy, der Löwe und die Gute Nordhexe sind glücklich von ihren Abenteuern aus dem Lande Oos zurückgekehrt. d-Foto: Ralf Kapries

Von Ralf Kapries

Minden (pri). Es zischt und kracht, Bühnennebel steigt reichlich auf, seltsame Gestalten bevölkern die Bühne und im Zuschauerraum folgen Kinder wie Eltern fasziniert dem Geschehen. Die Freilichtbühne Porta spielt im Mindener Stadttheater Christian Gundlachs "Zauberer von Oos".

Schon die Premiere am Samstag machte klar: Hier hat Regisseur Roberto Widmer (assistiert von Martina Alsdorf) eine ideenreiche und fröhlich bunte Inszenierung vorgelegt, die Große und Kleine unterhalten kann. Die Bühne arbeitet zuverlässig - Christof Immig sei Dank - mit einem relativ hohen technischen Aufwand, aber mit probaten Theatermitteln, so dass auf der technischen Zauberbühne der eigentliche Bühnenzauber nicht verloren geht.

Ein ausgerollter Läufer markiert den "gelben Sandweg", auf dem die Reisenden ins smaragdgrüne Oos kommen. Farbige Scheinwerfer sorgen für (Licht-)Stimmung. Kästen und Podeste werden, nett verhüllt aber immer noch als solche erkennbar, über die Bühne geschoben. Der hochziehbare Portalschleier wird vielfältig genutzt. Zu diesen traditionellen Techniken gesellen sich - heute auch kaum noch ungewöhnlich - mehrere Dampferzeuger und die Rückprojektion durch einen Video-Beamer, der die Umstellung von "Landschaft mit Wirbelsturm" auf "Mohnfeld" oder "Wald mit Wasserfall" per Knopfdruck ermöglicht.

Eher faszinierend als gruselig gerät der erste Besuch beim Zauberer von Oos, als Schwarzlichttheater inszeniert. Später segelt dieser Scharlatan von einem Magier mit einem bunten Ballon davon - ein solider elektrischer Bühnenzug machtÕs möglich - um im großen Finale effektvoll wieder einzuschweben.

Es sind aber nicht nur die Technik und die hübschen, fantasievollen Kostüme, die Rosie und Friedhelm Pape und Elke Lorenz liebevoll geschneidert haben, die gekonnten Perücken und Masken von Anita Puls und das effektvolle Bühnenbild Wilhelm Krückemeiers und Anja Richters, die das Märchen so lebendig werden lassen. Vor allem wird bei den Darstellern eine überbordende Spielfreude deutlich, die beim Zuschauer ansteckend wirkt.

Wie herrlich böse und ganz Vamp ist Ina Krückemeier als elegante Westhexe. Die Buh- Rufe der Kinder am Anfang galten ganz sicher nicht ihrer schauspielerischen Leitung, aber bei so eine gemeinen Hexe siegt kindlicher Gerechtigkeitssinn. So richtig sympathisch wirkte dagegen die zottelige Gute Westhexe, in der Premiere gespielt von Astrid Volkmann. Sie teilt sich ihre Rolle mit Annette Timm-Brune.

Wiebke Stanelle spielte eine fröhliche und sehr lebendige Dorothy. Alexander Werner als Vogelscheuche machte mit erstaunlicher Gelenkigkeit aus dem "Strohbündel" einen wirbelnden Irrwisch. Friedhelm Schlötel konnte mit Verve als gut geölter Blechmann dem ewig rostenden Metallkonstrukt sehr bewegliche und auch bewegende Momente abgewinnen. Christian Brodehl mimte einen liebenswürdigen Kuschellöwen. Claus Burkhardt gibt dem Zauberer einen leicht "irren Touch". Sascha Scholz, Ulrike Grasmann und Cornelia Horstmann verleihen als Onkel Henry und Tante Em der Rahmenhandlung Leben. Einzig (Stoff-)Hund Toto ist - trotz Gebell vom Band und einiger Spieltricks - zur Passivität verdammt.

"Der Zauberer von Oos" ist ein Musical mit fetzigen Songs. Da wird irgendwo zwischen Rap und Romantik getanzt und gesungen. Hier haben Maria Stocka und David Thomas bei der Gesangsausbildung und Astrid Rüter und Corinna Thiemann bei der Choreographie Großes geleistet. Dank ihrer Arbeit geriet die Schaubühne des Theaters auch zur Show-Bühne. Die Zuschauer jeden Alters wusstenÕs zu würdigen.

Weitere Aufführungen: 22. + 23. Dezember um 16 Uhr, 6. Januar um 16 Uhr, 7. + 8. um 17.30 Uhr. Karten beim Ticketservice, Telefon 05 71 / 91 19 111.

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17.12.2001

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