Viele Spender suchen sich die passenden Adressaten selbstSelbsthilfegruppe "Alte helfen Alten" unterstützt Pflegeheim in Grimma / Porta-Bühne mit Sonderaufführung für FlutopferMinden (hn). Davon könne sich die Politiker eine Scheibe abschneiden. Währen sie noch noch streiten, woher sie Geld für die Hochwasseropfer an Elbe und Mulde nehmen, kommen die Spenden aus der Bevölkerung manchmal schneller als sie in den Katastrophengebieten angenommen werden können. Denn dort - wie man den Medien entnehmen kann - sind noch die Aufräumarbeiten im vollen Gange. Welches die richtigen Spenden sein werden, und wer was am nötigsten braucht, wird sich vielfach erst nach und nach herausschälen. Insofern hoffen die Betroffenen und die Spenden vermittelnden Organisationen auf einen langen Atem der Spender. Und der Politik. Viele Spendenwillige suchen sich selbst Adressaten für ihre Wohltätigkeit. Wie die Mindener Selbsthilfegruppe "Alte helfen Alten". Wie Hans-Joachim Lemcke berichtet habe man aufgrund der Berichte und der verheerenden Bilder aus Grimma in der Stadt an der Mulde angerufen. Im Altenpflegeheim "Hedwig Bergsträßer" fand man den Partner. Und die Not dort wurde fassbar: das erst im Vorjahr für 60 Bewohner erbaute Heim stand im Erdgeschoss 1,50 Meter unter Wasser. Küche, Wäscherei, Aufenthaltsräume überflutet, verschlammt, die Einrichtung kaputt. Beim Sommerfest der Selbsthilfegruppe wurde gesammelt, der Festerlös dazu gepackt und so kamen 1000 Euro zusammen, die die Anna-Luise-Altendorf- Stiftung auf 6000 Euro aufstockte. "Das Geld ist schon unterwegs," sagt Lemcke. Er weiß: zur Zeit wird Bargeld am meisten gebraucht. Staatliche Hilfe dauert eben. Die Freilichtbühne Porta suchte sich einen Adressaten aus ihrer Branche. "Wir haben über den Landesverband der sächsischen Amateurtheater in Radebeul erfahren, dass es auch einige Bühnen schwer getroffen hat," berichtet Eduard Schynol. Den einen sei der neue Parkettfußboden förmlich vom Wasser der Mulde weggerissen worden, anderen habe die Flut die ganze Geschäftsunterlagen und Büroeinrichtung zerstört. "Wir sind sicher, dass da unsere Spenden ohne Verlust an die richtige Adresse kommen," weist Schynol auf die Sonderaufführung der Kinderstücks "Michel aus der Suppenschüssel" der Freilichtbühne am Samstag, 31. August, ab 16 Uhr hin. Die gesamten Eintrittsgelder dieser Aufführung werden zu den vielen Euro gepackt, die bereits bei den vergangenen Aufführungen für die Flutopfer gesammelt wurden. Die Sammel-Aktion soll bis Saisonende weitergeführt werden. Lemuren sammeln beim Drachenboot-Rennen Radebeul und Wittenberge sind die Orte, zu denen der Kinderschutzbund seine Hilfslieferungen schickt. Daran wollen sich die Drachenboot-Freunde vom Team Lemuren beteiligen. Beim Drachenbootrennen am Wochenende werden wir sammeln gehen, sagt Schlagfrau Sonja Vandereike. Von dem gesammelten Bargeld sollen Hygieneartikel für Kinder gekauft werden. "Das brauchen die jetzt ganz nötig, weiß Sonja Vandereike aus der Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund. In der Prignitz, wo am Dienstag die Mindener Rekruten ihr Gelöbnis hatten (das MT berichtete), entspannt sich die Lage, die Pegelstände sinken. Die 2. Kompanie des Pionierbataillons 130 präpariert schon zerstörte Straßen für die erneute Asphaltierung, die 4. Kompanie sammelt die Sandsäcke von den Deichen wieder ein. Am Freitag, so Presseoffizier Oberleutnant Udo Schiffel, könnten die ersten der 370 derzeit in der Prignitz tätigen Soldaten wieder nach Minden zurückkehren. Apropos Grimma: Was die sächsische Kleinstadt mit Minden verbindet, sind die Schiffmühlen. Während die Mindener sich vom Weserwasser antreiben lässt, ist die Touristenattraktion in der Mulde von der Flutwelle des Elbe-Nebenflusses zerstört worden. Nun hat Minden tatsächlich die einzige betriebene Mühle dieser Art in Deutschland. copyright by mt-online.de 29.08.2002 |
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