Dracula ohne lange Zähne
Premiere für Bram Stokers Gruselstoff auf der Portabühne
Porta Westfalica (mgr). Blasse Gestalten steigen aus der Unterwelt empor, merkwürdige Ereignisse verunsichern die Menschen - mit "Dracula" ist in diesem Sommer auf der Freilichtbühne Porta Westfalica Grusel-Zeit.
Christoph Imming wird für diese Inszenierung von Wilhelm Krückemeier in seine Trickkiste greifen, für reichlich Nebel und schauerliche Lichteffekte sorgen. Außerdem ist er dafür verantwortlich, dass die großen Fledermäuse fliegen lernen. Damit die Untoten effektvoll aus der Unterwelt auffahren können, wurde extra ein Fahrstuhl in die Bühne eingebaut.
Den Roman von Bram Stoker hat Krückemeier selbst zu einer Theaterfassung umgeschrieben, "weil alle vorhandenen Bearbeitungen Musicals sind", erläutert der Regisseur. Er hat den Stoff mit einem Augenzwinkern versehen. Ihm geht es vor allem darum, die Prüderie der viktorianischen Zeit herauszuarbeiten. Darum kommt Krückemeier auch ohne vermeintlich "unverzichtbare" Zutaten aus, etwa die langen Eckzähne für den Fürsten der Finsternis - die müssten auf einer Freilichtbühne auch ganz schön groß ausfallen, wenn sie für die Zuschauer in den letzten Reihen noch sichtbar sein sollten.
Den alten Dracula spielt Walter Rommelmann, dessen jüngere Ausgabe Christian Brodehl. Friedhelm Pape tritt als Vampirologe Professor van Helsing auf, Alexander Heidenreich ist sein Schüler Dr. Jack Seward. Alexander Werner und Pascal Heger treten alternierend als Anwalt Jonathan Harker auf, der von Graf Dracula nach Transsylvanien bestellt wird, um dessen Umsiedlung nach London vorzubereiten. Im Schockzustand kehrt Harker nach London zurück, wo Astrid Rüter als seine Verlobte Mina Murray auf ihn wartet.
"Für die richtige Grusel-Atmosphäre wird die Musik sorgen, die speziell für diese Inszenierung geschrieben wird", berichtet Wilhelm Krückemeier. Der Komponist ist der in Bielefeld lebende 28-jährige Marcel Schweder. "Er war vor etwa zehn Jahren in der Theater-AG am Ratsgymnasium, aber dann hatte ich ihn aus den Augen verloren, bis sein Name im vergangenen Jahr plötzlich im Gästebuch der Portabühne auftauchte", beschreibt der Regisseur diesen Glücksfall.
Lebende Ratten werden übrigens nicht auf der Portabühne auftauchen, gibt Krückemeier den letzten Stand der Diskussionen innerhalb der Spielergemeinschaft wieder. Welche Alternative bei der Premiere zu sehen sein wird, sei aber noch nicht endgültig geklärt.
Premiere: Samstag, 15. Juni, um 20.30 Uhr. Weitere Aufführungen jeden Samstag um 20.30 Uhr bis zum 13. Juli und vom 10. August bis zum 7. September. Mitternachtsvorstellung am
6. Juli. Karten gibt es unter der Telefonnummer 05 71 / 7 13 68.
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