Zur Startseite
 

Dracula 2002 Mitternachtsaufführungen

Grusel in stockfinstrer Nacht

Dracula um Mitternacht: Spannung und Kurzweil vor toller Kulisse / Decke etwas höher ziehen
Die Schauspieler waren auch zu später Stunde gut in Form: Hier versucht Professor van Helsing (links, gespielt von Friedhelm Pape) eine Vampirin (im Sarg) zu erledigen. Sein Kollege Dr. Jack Seward (r., Alexander Heidenreich) ist damit nicht einverstanden und zückt die Waffe. Foto: Bollmeier

Von Stefanie Bollmeier

Porta Westfalica-Barkhausen (sbo). Es ist kurz vor Mitternacht. In der Garderobe werfen die Darsteller noch schnell einen prüfenden Blick in den Spiegel. Eine besondere Spannung liegt in der Luft, eine Mischung aus Aufregung und freudiger Erwartung.

Zur gleichen Zeit sind die Zuschauer vor der Bühne nicht minder gespannt. Es ist der zweite Mitternachtsgrusel auf der Freilichtbühne in Porta Westfalica, die erste Vorstellung von Dracula um 24 Uhr war bereits Wochen vorher ausverkauft. Und auch an diesem Abend sind die Plätze vor der Bühne trotz der kurzfristigen Ankündigung gut gefüllt. Viele haben sich Decken und Kissen mitgenommen und es sich auf ihren Plätzen mit Getränken und Knabbereien gemütlich gemacht.

Die erste Vorstellung an diesem Abend ist bereits zu Ende, doch Dracula um Mitternacht schafft eine ganz andere Atmosphäre. Davon ist auch Regiseur Wilhelm Krückemeier überzeugt: "Die richtige Wirkung bekommt das Stück erst zur Geisterstunde. Die Idee zu einem Mitternachtsgrusel hatten wir schon zur Premierenzeit im Juni, weil es bei den Aufführungen bis zur Pause immer noch hell war und die Effekte nicht so gut wirken konnten."

Feuerblitze und schaurige Musik

Nicht nur für die Zuschauer, sondern auch für die Darsteller ist es eine ungewohnte Situation, wenn es auf der Bühne plötzlich stockfinster ist. Es ist gar nicht so einfach, sich in der Dunkelheit zurecht zu finden. "Vor allem für die mitwirkenden Kinder hat die Mitternachtsvorstellung einen besonderen Reiz, weil sie so lange aufbleiben dürfen", verrät Wilhelm Krückemeier. Man könne außerdem beobachten, dass sich nachts ein etwas anderes Publikum für das Stück interessiere, nämlich vor allem jüngere Leute, die sich generell gerne die Nacht um die Ohren schlagen.

Wer die Bühne kennt, weiß natürlich, dass die Kulisse wie geschaffen ist für das Stück: Nebelschwaden kriechen über die Bühne, Feuerblitze erhellen die Nacht und schaurige Musik hallt vom Berg wider. Der ein oder andere zieht seine Decke ein Stück höher, trotz der lauen Sommernacht läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Nicht nur die Prüderie der viktorianischen Zeit wird herausgestellt, sondern es geht teilweise auch richtig grausam zu: zum Beispiel als Dracula den blutrünstigen Vampirinnen ein Baby überlässt oder Professor van Helsing den Untoten einen Holzpflock in das Herz rammt - alles untermalt mir dramatischer Musik und eindrucksvollen Lichteffekten.

"Habe mich einige Male richtig erschrocken"

Wilhelm Krückemeier hat sich eng an die Vorlage von Bram Stoker gehalten. Das Stück fordert die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers fordert. Wer nicht genau hinhört, verpasst die kleinen Anspielungen, die der Regisseur in das Stück hat mit einfließen lassen.

Kleine Unaufmerksamkeiten können ob der Mischung aus Naturspektakel und Technikaufgebot schon einmal vorkommen. Hier schwebt plötzlich eine Fledermaus in Menschengestalt hoch über den Köpfen der Darsteller, dort lodert eine Feuerwand auf. Restlos begeistert sind Doreen Evans und Melanie Koch, die noch eine Weile auf ihren Stühlen verharren, nachdem der donnernde Applaus verklungen ist.

"In der tiefschwarzen Nacht wirken die Effekte besonders gut, ich war einige Male richtig erschrocken", sagt Doreen. Trotz warmer Decke und fortgeschrittener Zeit ist sie nicht weggedämmert, sondern war am Schluss hellwach, weil sich die Ereignisse überschlagen haben. Voll des Lobes ist auch Melanie Koch: "Das Stück ist spannend und humorvoll."

Große Angst haben die beiden vor dem Heimweg nicht. Wer weiß, vielleicht steckt ja Knoblauch in ihren Taschen - zur Sicherheit.

copyright by mt-online.de

20.08.2002

Etwas vergessen?

Irgendeine Zeitung, ein Online-Magazin oder Rundfunk bzw. Fernsehen haben über uns berichtet und wir wissen es nicht? Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf: werbung@portabuehne.de

Medien in der Region

Eine Aufstellung der Medien in der Region finden Sie unter Links

©2004 by Goethe-Freilichtbühne Porta Westfalica e.V. • E-Mail: info@portabuehne.de • IMPRESSUM • Made with WEBLICATION® CMS