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Die Bühne im Sommer 2001

Das Drama in der Felsenwand

Ernstes und Heiteres in der Freilichtbühne Porta / Seit Jahren Angebote im Sommer und im Winter

Von Heinz Wähler

Minden (-er). Zugegeben: Es ist ausschließlich ein sommerliches Vergnügen, nämlich der Besuch einer Freilichtbühne. Dennoch sollte man sich ein derartiges Angebot nicht entgehen lassen.

Im Land rund um die Porta Westfalica stehen gleich drei zur Auswahl: in der Porta Westfalica in der gleichnamigen Stadt, am nördlichen Hang des Wiehengebirges in Lübbecke-Nettelstedt und beinahe gegenüber am südlichen Hang in Hüllhorst-Schnathorst. Alle drei, die wir in diesem Buch beschreiben, lohnen einen Besuch, und zwar sowohl ihres Repertoires wegen als auch auf Grund ihrer landschaftlich schönen Lage im und am Wiehengebirge.

Wir beginnen mit jener Bühne, die zwar nicht die älteste von allen dreien ist, aber sicherlich die eindrucksvollste Lage hat: die Freilichtbühne Porta, die auch unter zwei weiteren Namen bekannt ist: die Felsenbühne und die Goethe-Freilichtbühne. Ersteres deutet auf die dramatisch anmutende geografische Situation in einem aufgegebenen Steinbruch hin, das andere auf das klassische Repertoire, das hier an der Porta gepflegt wird - und das seit dem Gründungsjahre 1928, obwohl sich die Gründer zunächst als Heimatbühne empfanden. "Die Nibelungen" standen auf dem ersten Programmzettel. Es folgten "Die Räuber", der "Faust", "Wilhelm Tell", ehe die Bühne nach 1933 "gleichgeschaltet" wurde und nationalsozialistisches Gedankengut verbreiten musste.

Aber nach der Neugründung nach dem Kriege ging es ab 1954 klassisch weiter: "Egmont", "Die Nibelungen" wiederum, der "Faust", "Götz von Berlichingen", um nur einige Titel der frühen Jahre zu nennen.

Ab den sechziger Jahren ist unverkennbar, dass sich die Bühne auch moderner Theaterliteratur öffnet und doppelgleisig fährt: das anspruchsvolle klassische Stück neben dem Märchenspiel für Kinder und Junggebliebene. Dabei kann sie aus einem großen Stamm von rund hundert Laienschauspielerinnen und -schauspielern aller Altersstufen schöpfen, während rund 450 fördernde Mitglieder vorwiegend aus der Porta und Minden mit ihrer Mitarbeit den organisatorischen und wirtschaftlichen Rückhalt bilden.

Und schließlich ist zu verzeichnen, dass die "Goethe- Freilichtbühne Porta Westfalica e.V.", wie sie offiziell heißt, nicht nur Sommertheater macht, sondern auch seit vielen Jahren eine Winterspielzeit unter Dach und Fach vorwiegend im Stadttheater Minden, im Bürgerzentrum Minden, im Kleinen Theater am Weingarten ebenfalls in Minden und im Kurtheater Bad Oeynhausen absolviert, und das mit großem Publikumserfolg, was zweierlei zeigt: Die Besucher kommen nicht nur wegen der einmaligen Felsenkulisse in der Porta, sondern auch und vor allem wegen der schauspielerischen Leistung der Amateurbühne, die fast ausschließlich von professionellen Regisseuren angeführt wird und deshalb den Vergleich mit manchem Profi-Ensemble nicht zu scheuen braucht.

Inzwischen haben weit über eine Million Besucher die 600 Plätze im Felsenrund gefüllt. Für viele Menschen aus nah und fern gehört es zum Jahreslauf, die Freilichtbühne zu besuchen. Sie zumindest wissen ganz nebenbei auch, dass es ratsam ist, auch bei schönstem Sommerwetter in den Abendvorstellungen eine wärmende Decke dabei zu haben, wenn die Kälte beinahe fühlbar aus den hoch aufragenden steilen Felswänden fällt.

Die Bühne ist gut mit dem Bus zu erreichen. Pkw-Fahrer finden neben dem Hotel "Der Kaiserhof Parkplätze. Die Besucher müssen allerdings eine kleinen Berganstieg in Kauf nehmen, um in den Felsen zu gelangen. Für Behinderte besteht die Möglichkeit der unmittelbaren Vorfahrt und die Bereitstellung rollstuhlgerechter Plätze. Jedoch ist in diesen Fällen eine Voranmeldung dringend ratsam.

Das Programm sowohl des Sommer- als auch des Wintertheaters ist den Zeitungen zu entnehmen bzw. bei der Bühne nachzufragen. Im Sommer dauert die Saison von Pfingsten bis zum ersten Wochenende im September. Die Vorstellungen sind jeweils an Samstagen um 20.30 Uhr und an Sonntagen um 17 Uhr.

INFORMATIONEN - Goethe-Freilichtbühne

Anfahrt: Mit der Bundesbahn bis Bahnhof Porta oder Minden, mit dem Linienbus ab Bad Oeynhausen oder Minden bis zum Hotel "Der Kaiserhof, mit dem Pkw über die A 2, A 30, B 482 und B 65 alt und neu auf die B 61 bis Porta Westfalica-Barkhausen, mit dem Fahrrad z.B. über den Weser-Fernradweg auf das örtliche Radwegenetz bis zur Freilichtbühne.

Öffnungszeiten (in der Sommerspielzeit): Samstags 17 Uhr, sonntags 20.30 Uhr. Sondervorstellungen nach Ankündigung. Im Juli Spielpause.

Eintritt: 1. Platz Erwachsene 16 (12) Mark und Kinder 14 (10) Mark, 2. Platz jeweils zwei Mark weniger. In Klammern die Preise für die Nachmittagsvorstellungen. Kartenreservierungen sind möglich.

Informationen: Telefon 05 71 / 7 13 68 oder im Internet unter http://www.portabuehne.de/

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18.08.2001

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