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Ein Schweinchen namens Babe -Premiere-

Premiere glückt mit einem Tag Verspätung

"Schweinchen Babe" auf der Freilichtbühne / Erster Termin fällt ins Wasser / Hund und Schaf wünschen sich "Toi, toi, toi"
Tragende Rolle: Bauer Hogget hat Schwein und darf Babe behalten, nachdem er auf dem Markt das richtige Gewicht geschätzt hat. Die Zuschauer sind von der Vorstellung begeistert. Foto: Nina Holley

Von Nina Holley

Porta Westfalica-Barkhausen (nin). Nanu, was ist denn das? Ein Schaf umarmt einen Hund und beide wünschen sich an diesem Pfingstmontag "Toi, toi, toi". Es sind die perfekt geschminkten und in dicke Kostüme gehüllten Darsteller von "Schweinchen Babe" einige Minuten vor dem Startschuss zur Premiere auf der Freilichtbühne Porta.

Eigentlich sollte die Premiere bereits am Sonntag stattfinden, doch die fiel buchstäblich ins Wasser. "Das war auch für uns sehr schade, denn wir hatten uns schon sehr darauf gefreut. Hoffen wir nun, dass das Wetter wenigstens heute mitspielt", sagt Regisseur Thomas Scharf kurz vor Beginn.

Auch Jens Walsemann, der die Hauptrolle des Schweinchens spielt, war am Sonntag frustriert. "Wir waren gestern alle pünktlich hier und fertig geschminkt, doch dann kam der Wolkenbruch. Ich bin dann sehr deprimiert wieder nach Hause gefahren."

In dem Gewusel hinter den Kulissen, wo langsam aber sicher die Aufregung und Nervosität zunimmt, sitzen vier Jungen in ihren Kostümen und geschminkt an einem Tisch und spielen Schach. Draußen vor der Tür tummeln sich zahlreiche "Schafe" und reden über mögliche Pannen, die eventuell passieren könnten. Eines von ihnen ist die 14-jährige Anna: "Hoffentlich verrutschen gleich auf der Bühne nicht meine Haare und gucken dann unter der Kapuze her. Außerdem juckt mein Auge schon wieder von der Schminke."

Liza (10) macht sich eher Sorgen darüber, dass sie ihren Text vergisst, auch wenn es nur ein Satz ist. "Und hoffentlich kommen genügend Leute."

Die Zuschauer lassen die Akteure nicht im Stich, bereits eine Stunde vor Beginn des Stückes drängeln sich die Menschen an der Kasse. Einige haben sich Sitzkissen mitgebracht und schlecken erst einmal Eis. Unter ihnen ist Ursel Dietz, die ihrer Enkelin Felicitas (3) aus Langenfeld das Bühnenbild erklärt: "Siehst du, da hinten blühen sogar Blumen. Und da vorne steht: Wieviel wiegt das Schwein? Das wird dort nämlich gleich gewogen." "Wird das Schwein auch lachen?", möchte das kleine Mädchen von seiner Oma wissen, doch bevor die Frage beantwortet werden kann, ertönt Musik und das Stück beginnt. Felicitas ist gespannt.

Horst die Ente ist der heimliche Star

Die Geschichte von Bauer Hogget (gespielt von Volker Homeier), wie er zum Schweinchen Babe kam und was sie alles zusammen erlebt haben, setzendie Darsteller eindrucksvoll in Szene. Das begeisterte Publikum lacht oft aus vollem Halse, erst recht, als Horst die Ente (Stefan Diekmann) die Bühne betritt. Obwohl es eine Nebenrolle ist, entwickelt sich die Ente schnell neben Babe zum Publikumsliebling und kassiert ordentlich Beifall.

In der Pause fragen sich Felicitas, ihr Zwillingsbruder und die große Schwester Franziska (5), ob die lustige Ente Horst wohl noch einmal zu sehen ist. "Mir hat aber auch gefallen, dass die Räuber Babe nicht gefangen haben", strahlt Felicitas.

Nach der Pause geht es nicht minder elanvoll zu. Kinder und Eltern sind gleichermaßen fasziniert. Zusammen wird gelacht und geklatscht. Erst recht, als die Szene des internationalen Leistungswettbewerbs für Hirtenhunde gespielt wird. Kurzerhand verwandelte sich das Freilichtbühnen-Publikum in das Publikum, das es eigentlich nur in dem Stück gibt und das einige Darsteller andeuten. Diese bekommen kräftige Unterstützung von den wirklichen Zuschauern.

Nach der gelungenen Premiere verrät Regisseur Thomas Scharf, "dass die Idee zu dem Stück hauptsächlich von unseren Mitgliedern kam. Daraufhin guckte ich mir die Inszenierung als Theaterstück an und überlegte, wie ich das Ganze umsetzen kann. Schließlich musste eine eigene Sprache für das Theater gefunden werden". Er ist sichtlich erleichtert, dass alles so gut gelaufen ist.

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11.06.2003

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