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Trauer auch in Bullerbü und Porta

Trauer auch in Bullerbü und Porta

Astrid Lindgrens Bücher und Figuren standen Pate für Einrichtungen im Mindener Land

Von Jürgen Langenkämper

Minden (mt). Der Tod Astrid Lindgrens hat Menschen jeden Alters bewegt. Auch im Mindener Land sind Einrichtungen mit dem Namen der großen schwedischen Kinderbuchautorin besonders verbunden.

"Astrid Lindgren hat sich sehr viel mit Kinderseelen beschäftigt", sagt Rita Wesemann. Sie leitet die Kindertagesstätte "Bullerbü" der Johanniter in Petershagen. Vor fünf Jahren wurde die Einrichtung nach den "Kindern von Bullerbü" benannt, mit dem eine ganze Generation groß geworden ist - auch Rita Wesemann. "Das war der erste Kinderfilm, den ich bewusst im Fernsehen gesehen habe", sagt die heute 45-Jährige.

In der Pädagogik spreche man sogar vom Bullerbü-Effekt. Kurz gefasst: Kinder spielen in Gemeinschaft, zeigen Toleranz und Solidarität, erleben auch Natur. Eine sichtbare Konsequenz in der Johanniter-Kita: "In jeder Gruppe haben wir eine Naturecke eingerichtet."

Kinder spielen in drei Bauernhöfen

Und wohl anders als in allen anderen Kindertageseinrichtungen sind hier die Gruppen nicht nach Bären, Igeln, allerlei Getier, Farben oder Pflanzen benannt, sondern heißen "Südhof", "Mittelhof" und "Nordhof", geradeso wie im Buch.

Bundesweit gibt es weit mehr als 400 Einrichtungen, die namentlich eine Verbindung zu Astrid Lindgren und ihren Figuren herstellen, von Schulen und Kindergärten bis hin zu Geschäften für Kinderbekleidung und Gasthäusern, zum Beispiel der "Villa Kunterbunt" am Martinikirchhof in Minden. Auch die alte Schwedenschänke knüpft an den Bekanntheitsgrad des berühmtesten Geschöpfs der großen Schwedin an, Pippi Langstrumpf. Sie verfügte schon über fantastische Kräfte und ließ groß und klein ins Buch schauen oder bannte sie vor Fernseher und Leinwand, als es Harry Potter noch gar nicht gab.

Auch für die Freilichtbühne Porta bot Astrid Lindgren immer wieder Stoff für Inszenierungen. "Sie hat wunderschöne Kinderbücher verfasst, sehr lebendig geschrieben", schwärmt Angelika Rüter, Vorsitzende des Vereins. Pippi Langstrumpf führte die Goethe-Freilichtbühne gleich zweimal auf, 1974 und 1998. 1994 spielten die Portaner "Ronja Räubertochter" als eines der jüngeren Bücher der Schwedin, die am Montag im Alter von 94 Jahren starb.

Michel aus Lönneberga kommt im Sommer

Für die nächste Freilichtspielzeit kündigt die Freilichtbühne auf ihrer Internetseite bereits wieder einen echten Lindgren- Klassiker an: Michel aus Lönneberga. "Am 10. Februar ist Rollenverteilung mit unserem Regisseur Detlev Schmidt", sagt Angelika Rüter. Premiere soll Anfang Juni sein.

Den besonderen Reiz der Bücher Lindgrens und der Bühnenarbeit mit ihren Stoffen liegt für Angelika Rüter darin, "dass sie Kindern Gefühle vermittelt" - zum Teil auch schmerzliche wie den vorübergehenden Bruch mit dem Vater bei Ronja oder bei den Brüdern Löwenherz den Tod, der nicht ausgeklammert, nicht zum Tabu wird. Auch hierdurch lebt die Erinnerung an Astrid Lindgren fort.

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29.01.2002

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